17.
Juni: "Tag der deutschen Einheit". Schon vergessen?
17.06.2012/vrff/IMT/VES/Mainz:
Die SED-Führung hatte 1952 den "Aufbau
des Sozialismus" in der DDR beschlossen. Im Zuge
der Umsetzung dieses Beschlus- ses wurden u.a. die
Arbeitsnormen erhöht, die Schwerindustrie besonders
geförd- ert, andere Bereich vernachlässigt
und in der Landwirtschaft Zwangskollektivier- ungen
durchgeführt. Wegen der Erhöhung der Arbeitsnormen
und einer sich dras- tisch verschlechternden Versorgungslage
kam es in zahlreiche DDR-Städten im Juni 1953
zu Demonstrationen und Streiks. Nach einer Großdemonstrationen
tausender Arbeiter in Berlin verhängten am 17.
Juni 1953 die sowjetischen Be- satzungsbehörden
den Ausnahmezustand für Ost-Berlin und für
viele Städte.
Nachdem die DDR-Führung anfänglich hilflos
den Forderungen der Arbeiter ge- genüber gestanden
hatte (die SED wollte ja die "Vertretung"
der Arbeiter eigent- lich sein), schlugen die DDR-Machthaber
nach Verhängung des Ausnahmezu- standes zusammen
gemeinsam mit dem in der DDR stationierten sowjetischen
Militär massiv den "Volksaufstand des
17. Juni" nieder. Viele Teilnehmer der Demonstrationen
bzw. Streiks wurden verhaftet, die Streikführer
- sehr oft Ge- werkschaftler - zu hohen Gefängnisstrafen
verurteilt. Zur Abschreckung wurden sogar Todesurteile
gefällt und vollstreckt. Bis zum Ende der DDR
war die SED- Führung traumatisiert. Viele Menschen
flohen nach dem Aufstand in die Bundes- republik.
Dieser erste antistalinistische Aufstand wirkte sich
auch als politisches Signal auf alle unterdrückten
Ostblockländer und auf die Sowjetunion aus.
Als
Mahnung und zur Erinnerung wurde der "17. Juni"
in der Bundesrepublik Deutschland von 1954 bis 1990
als "Tag der deutschen Einheit" und
National- feiertag begangen. Auch nach der deutschen
Wiedervereinigung und der Ab- schaffung des Feiertages
sollte diese mutige Tat der DDR-Bevölkerungen
nicht aus dem Gedächtnis der Menschen gestrichen
werden.
Das Eintreten für die Freiheit, Demokratie und
soziale Gerechtigkeit ist auch ein wichtiges Anliegen
der VRFF Die Mediengewerkschaft. Auch wir kämpfen
gegen soziale Ungerechtigkeiten, denn wir sind Demokraten!