dbb
jugend nrw: Zwei Gewerkschaftsgenerationen treffen zusammen
17.02.2011/djj/KAL/Neuss:
Zu einem generationsübergreifenden Seminar lud der dbb nrw
Anfang Februar ein. Ziel der Funktionsträgerschulung war
es, mehr Ver- ständnis zwischen Jung und Alt zu schaffen
sowie einen konstruktiven Dialog zu führen. Über die
Ergebnisse berichtet Karen Altmann (DJJ).

Als ich im
letzten Jahr von diesem Seminar erfuhr, war mein Interesse schnell
geweckt. Die Idee zu einem Seminar, bei dem es darum geht, die
Unterschiede, Gemeinsamkeiten, Konflikte und Lösungsansätze
im Miteinander von Jung und Alt zu behandeln, hörte sich
einfach spannend an. Es folgte ein dreitägiges Se- minar,
in dem für eine Teilnahme der Jugend ein Tag vorgesehen war.
Wir trafen uns am Vorabend zum Gedankenaustausch und zur Vorbereitung
des Seminars, denn der Tag sollte mit konkreten und aussagekräftigen
Beiträgen optimal ge- nutzt werden. So traf sich also am
frühen Morgen "Jung und Alt", wobei die Be- zeichnung
nur als thematische Klarstellung zu sehen ist. Schnell wurde klar,
dass es ein wichtiges Thema und ganz besonders kein langweiliges
ist. In den Diskussionen bildeten sich spontan Schwerpunkte, wie
Austausch bzw. Komm- unikation, psychische Belastungen sowie ihre
Ursachen, Wege der Veränderung, Umgang mit Meinungsverschiedenheiten,
Lebensangst allgemein, Konfliktbewält- igung und vieles mehr.
Um eine Gliederung zu schaffen und den Inhalt "generat- ionsübergreifende
Funktionsträgerschulung" nicht aus den Augen zu verlieren,
wurden vier Gruppen gebildet: "dbb-Organisation intern",
"Öffentlicher Dienst", "Gesellschaft, Politik,
Bildung" und "Sozial-und Krankenversicherungen, Renten
und Pensionen".
In unserer
Gruppe ging es um den dbb und ganz besonders, wie auch in den
an- deren Gruppen, um den demografischen Wandel. Ab 2012 werden
jährlich ca. 11.000 Beschäftigte den Öffentlichen
Dienst durch Ruhestand verlassen. Das sind gleichermaßen
beängstigende wie zum Handeln auffordernde Zahlen. Wir diskutierten
über Möglichkeiten für den Übergang der Jugend
in den Erwachsen- enbereich, nicht nur in der Gewerkschaftsarbeit,
sondern auch in den Personal- räten. Die Schwierigkeit, geeignete
Kolleginnen und Kollegen aus den Jugend- gremien in die "Erwachsenenarbeit"
zu führen, ist allgemein bekannt. "Hier muss etwas getan
werden, damit die guten jungen Leute gehalten werden und ihre
Mot- ivation nicht verloren geht." Diese Aussage stand im
Raum und so wurde ergeb- nisoffen bis zum Mittag diskutiert. Die
Gruppen tauschten ihre ersten Gedanken aus. Man hörte von
Reformen im Öffentlichen Dienst, Krankenversicherungen, sozialen
Sicherungen, Eingruppierungen, Urlaubsansprüchen, Arbeitsbeding-
ungen, Familienunterstützung nach Einführung TV-L/TVöD,
privater Vorsorge und vielen anderen Dingen.
Später
wurde die Gruppenarbeit fortgesetzt. Und diesmal sollten Lösungsansätze
gefunden werden. Wir hatten Ideen zur frühzeitigen Einbindung
von Jugendlichen, der Übertragung von Verantwortungen (d.
h. auch Verantwortung abgeben können und wollen), Ressourcennutzung
und sich neuen Ideen und Wegen öffnen, Mög- lichkeiten
und Chancen erkennen. Jetzt muss "nur noch" die Umsetzung
folgen. So hatten wir zum Beispiel die Idee, die Besetzung von
Vorständen neu zu reg- eln. Offener und transparenter. Man
könnte alle Interessierten zu einer Veran- staltung einladen
und ihnen so die Möglichkeit bieten, sich in Vorstandsposten
einzubringen. Ein neuer Weg auch für "normale Mitglieder".

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